Obstbau Peter Kaiser

seit 1990

Schon beim Ratiomittelbau hat die Arbeit mit Pflanzenschutzgeräten

der inneren Einstellung widersprochen: "Das kann nicht richtig sein."

Peter Kaiser

Steckbrief

Größe/Aufteilung (Stand 2018)

13,5 ha Gesamt, davon 4,5 ha Streuobstwiesen, 1,5 ha Niederstammobstbäume mit Unterkulturen wie Erdbeeren, Kartoffeln, Spinat, Kürbisgewächse, Bohnen usw., 7 ha Grünland als Weide für Galloway Rinder (5 Mutterkühe und Nachzucht)

Produkte

- Äpfel und Birnen, Pflaumen, Erdbeeren, Kartoffeln, Rote Bete, Kürbisgewächse, Bohnen, Spinat, Mangold, Sellerie, Zucchini

- Feingemüse für Abo-Kisten

- Saft (Apfel, Apfel-Sauerkirsch)


Hofgeschichte

Urgroßvater Gustav Kaiser gründete vor 100 Jahren einen kleinen 4-ha-Betrieb zur Eigenversorgung. Großvater Alfred übernahm den Betrieb, verpachtete einige Flächen und machte einen Milchladen in Dresden auf, um Milchprodukte aus umliegenden Landwirtschaftsbetrieben und nebenbei das Obst von eigenen Flächen zu verkaufen. Nach dem Bombenangriff auf Dresden belebte Alfred Kaiser seinen landwirtschaftlichen Betrieb wieder, kaufte Flächen zu und pflanzte Obstbäume. Aus seiner Geschäftserfahrung wusste er, dass die Leute in der Stadt gerne Äpfel, Birnen und Kirschen kaufen. Wegen der sozialistischen Planwirtschaft nahm Alfred Kaiser zum Obst noch Getreide, Kartoffeln und Rinder in seinen Landwirtschaftsbetrieb mit auf. Er führte ihn bis 1967.

Bereits 1960 wurde sein Betrieb als LPG Typ 1 eingestuft. Das hieß: Ackerflächen mussten in die genossenschaftliche Produktion eingegliedert werden, Tierhaltung und Obstbau durften weiter privat bearbeitet werden. Bei dieser Regelung blieben die Flächen von Alfred Kaiser fast komplett in privater Hand, weil überall Obstbäume standen. Vater, Heinz Kaiser, übernahm den Betreib 1967. 1972 wurde der Betrieb von LPG Typ 1 auf Typ 3 umgewandelt. Danach mussten alle Betriebsflächen bis auf einen halben Hektar an die Genossenschaft abgegeben werden. Der Vater ging daraufhin als Angestellter zum regional größten Obstbau-Betrieb nach Borthen.

Als junger Mann wollte Peter Kaiser nicht in die Landwirtschaft. Nach seinem Landtechnik-Studium ging er 1987 ebenfalls in den Obstbaubetrieb Borthen in die Abteilung Ratiomittelbau. Aufgrund der Mangelwirtschaft in der DDR wurden die LPG`s angehalten, ihre Maschinen und Werkzeuge selbst zu bauen. Das nannte sich Ratiomittelbau. Die Aufgabe von Peter Kaiser lag im Bereich Pflanzenschutz.

Nach der Wende hörte er 1990 in Borthen auf und nahm die gesamten Betriebsflächen seiner Vorväter wieder zurück. Damals trafen sich in Dresden viele an Vermarktung interessierte Leute des Ostens mit Leuten aus dem Westen. Dort entstand ein erster Kontakt zum Biogroßhandel. So stand auch der Vermarktung der Produkte nichts mehr im Weg.

Die Obstbauflächen waren über Jahre nicht genutzt worden, weil sie nicht der Plantagenwirtschaft der LPG entsprochen hatten. Die Flächen waren nur als Weide für Rinder genutzt worden. Die Bäume waren nicht beschnitten, die Äste reichten bis zur Erde – das war der optische Beweis für den Biogroßhandel, dass hier in den letzten Jahren Pflanzenschutz unmöglich gewesen war, denn der Platz hätte nicht für Sprühfahrzeuge ausgereicht. Die LPG Borthen bestätigte mit Stempel und Unterschrift, dass in den letzten drei Jahren kein Pflanzenschutz und kein Stickstoffdünger verwendet wurden. Peter Kaiser wurde 1990 Mitglied bei der GÄA und konnte mit Betriebsgründung ohne Umstellphase biologisch verkaufen. Quelle: www.biohof-kaiser.de

Kontakt

 

Obstbau Peter Kaiser

Pirnaer Straße 48
01728 Bannewitz, OT Rippien

 

www.biohof-kaiser.de